Ein Flug an die Nordsee ist ein unvergessliches Erlebnis, das eindrucksvoll zeigt, wie sehr sich eine gründliche Flugvorbereitung und Flexibilität im Cockpit auszahlen. Unser fliegerisches Abenteuer begann am 31. Juli bei herrlichem Sommerwetter auf dem Flugplatz Speyer mit dem Ziel, die wunderschöne Nordseeküste zu erreichen.
Die Route führte uns zunächst westlich der Kontrollzone Frankfurt vorbei in Richtung des Siegerlandflugplatzes. Dabei erlebten wir einen echten Gänsehaut-Moment, als die großen Ferienflieger nur wenige tausend Fuß über uns hinwegrauschten. Wir flogen weiter zwischen Dortmund und Paderborn hindurch in Richtung Diepholz, wobei wir stets das Beschränkungsgebiet ED-R34 im Blick behielten, welches am Wochenende jedoch meist inaktiv ist und uns einen direkten Kurs auf Emden erlaubte.

Nach knapp zwei Stunden Flugzeit forderte uns das Wetter heraus, da die bereits in der Vorbereitung erkannte Regenfront von Nordwesten her genau über unser Ziel zog. Wenige Minuten vor Emden färbte sich der Himmel tiefschwarz und starker Regen setzte ein. Weil sich ein weiteres Flugzeug im Anflug befand, bewiesen wir Nervenstärke und hielten wegen der geringen Sicht so lange ausreichend Abstand zum Flugplatz, bis der Luftraum komplett frei war. Die vier hellen PAPI-Leuchten links der Landebahn wiesen uns schließlich präzise den Weg, sodass wir sicher auf der Piste aufsetzten, auch wenn wir danach wegen des prasselnden Regens noch eine Weile im Cockpit abwarten mussten.

Da der Flugplatz Norddeich für die private Fliegerei geschlossen ist, stiegen wir in Emden ganz entspannt in den öffentlichen Nahverkehr um. Die Geduld wurde belohnt, denn nur wenige Stunden später klarte der Himmel komplett auf und wir verbrachten zwei traumhafte, sonnige Tage direkt an der Küste. Dieses Abenteuer beweist, dass gute Vorbereitung jedem Wetter den Schrecken nimmt, weshalb dieser Trip definitiv zur Nachahmung empfohlen ist, denn die Nordsee ist immer einen Flug wert.