
Mit zwei PA-28 eine Woche nach Sankt Michaelisdon
In der Woche vom 14.06.08 bis zum 21.06.08 sind wir, Heike, Jürgen, Michel, Dennis, Rolf, Sancho, Achim und ich (Michael) zum diesjährigen Deutschlandflug der MFG Speyer nach
Sankt Michaelisdon an die Nordsee geflogen.
  
Für mich war dies ein ganz besonderes Ereignis, da ich erst im April meinen PPL-A gemacht habe. Nun gleich quer durch Deutschland, bis in den hohen Norden.
Samstags Morgens sind wir bei super Wetter in Speyer, verabschiedet von Ulrike und Tibor, erwartungsvoll gestartet. Die ersten Meilen hatten wir eine tolle Sicht, doch als wir das Sauerland erreichten,

reduzierte sich die Sicht auf 2 Kilometer und es wurde ziemlich haarig. Als wir dann das Wesergebirge hinter uns ließen, besserte sich das Wetter und wir konnten uns wieder entspannen. An Hannover und Bremen vorbei erreichten wir schon bald die Elbmündung mit dem Kernkraftwerk Brunsbüttel.
  
Wir überquerten den Nord-Ostsee-Kanal und konnten uns jetzt schon mit unserem Zielflugplatz in Verbindung setzen. Jürgen, der ja das zweite Flugzeug steuerte,
flog mir als Anfänger die ganze Zeit voraus und nahm mir viel Funk- und Navigationsarbeit ab.
Die Landung in Sankt Michaelisdon ist recht anspruchsvoll,

da die Landebahn zu Beginn nach oben ansteigt und ab der Hälfte wieder abfällt. Da bereits seit 10 Jahren Vereinsmaschinen aus Speyer jährlich den Flugplatz in Sankt Michaelisdon anfliegen und dort immer eine Woche stationiert sind, war die Freude beim Landen entsprechend groß. Flugleiter Uwe Speck

empfing uns bereits mit gedecktem Kaffeetisch in seinem Tower. Kurz danach konnten wir auch schon Latzi begrüßen, der uns in seiner Fliegerklause die ganze Woche verpflegen würde. Er brachte uns eine leckere Suppe, die uns schon erahnen ließ, dass wir nach einer Woche alle wohl ein paar Kilos zunehmen würden. Leider mussten 4 Mitflieger feststellen, dass Hermes Versand ihr aufgegebenes Gepäck nicht vor Montag bringen würde, was dann aber für jede Menge Unterhaltung sorgte. Den restlichen Tag ließen wir dann in der Fliegerklause

mit Essen und Trinken locker ausklingen und machten uns nachts auf den Weg zu unserer Schlafunterkunft in Sankt Michaelisdon.
Familie Schnepel gewährt den Gästen aus Speyer auch schon seit Jahren eine schöne Unterkunft mit einem tollen Frühstück und behandelte uns nicht wie Fremde, sondern bereitete uns einen herzlichen Empfang. Am nächsten Tag starteten wir gut ausgeruht zu unserem ersten Ausflug zur Ostfriesischen Insel Wangerooge.
  
Wir flogen jedoch einen kleinen Umweg nach Heide Büsum, besichtigten aus der Luft das grandiose Eider-Sperrwerk,
  
  
und kehrten bei St. Peter-Ording auf unsere eigentliche Flugroute nach Wangerooge.
  
Kaum gelandet und in der gemütlichen Inselstadt angekommen, trieb es uns Männer direkt ins erste Fischgeschäft,
 
wo ein gutes Krabbenbrötchen gegessen werden musste. Dieser Vorgang sollte sich ab nun täglich wiederholen. So ein Tag auf einer Insel ist bei dem schönen Wetter, das wir glücklicherweise hatten, ein Traum.
Wir gingen am Strand spazieren,
  
ruhten uns im Strandkorb von den fliegerischen Strapazen aus, flanierten durch gemütliche Sträßchen und ließen uns im Cafe verwöhnen. Manche mussten sich auch mit den wichtigsten Utensilien ausstatten, da ja das Gepäck noch nicht angekommen war. Die gute Laune ließ sich jedoch keiner verderben. Leider viel zu schnell war der Tag vorbei und wir machten uns auf den Rückflug
  
und beendeten einen harmonischen Tag wie immer in der Fliegerklause.
Auch der Montag blieb uns sonniges Wetter erhalten. Wir planten einen Flug nach Norderney, immer die Ostfriesischen Inseln im Blick. Der Flug über der Nordsee war traumhaft. Die blauen Farben des Wassers hoben sich ab von gewaltigen Wolkengebirgen,
  
von denen wir natürlich respektvoll genügend Abstand hielten. Wir erreichten Norderney und fuhren mit dem Bus in die Stadt.
  
Dennis schien die Fliegerei zu gefallen. Er fing mal klein an und kaufte sich einen Flugdrachen. Am Strand probierte er ihn gleich aus. Wir legten uns an die Kaimauer und ruhten uns aus. Bis der Angriff der Möwen kam. Heike wollte sie füttern. Sie kamen in Scharen. Alles gute kommt von oben.
  
Leider auch „Scheiße“, die auf Michels Hose landete. Der war darüber nicht besonders erfreut, wir anderen fanden es lustig. Na, das Gepäck sollte ja dann Abends endlich da sein. Wieder ging ein schöner Tag zu Ende.

Am Dienstag wollten wir noch mal das schöne Wetter ausnutzen und ließen uns von Flugleiter Uwe zu einem Trip zur Dänischen Südseeinsel Aerö überreden. Auf dem Flug über Deutschlands Norden Richtung Kieler Bucht
 
machten wir die Bekanntschaft mit zwei Tornados, die mit uns etwas spielen wollten. Kurz nach dieser spektakulären Begegnung erreichten wir bereits die Ostsee.

Über ruhiges Wasser flogen wir Richtung Aerö. Ohne die Rückmeldung des Dänischen Flugleiters landeten wir auf der etwas unebenen Grasbahn.
  
Da der dortige Flugleiter selber gerade mal eben mit Gästen einen Rundflug machte, mussten wir ziemlich lange auf ihn warten. Die Insel Aerö nutzen viele deutsche Piloten zum Tanken. Bei dem wortkargen Flugleiter mieteten wir uns Fahrräder und ab ging es zur Stadt Marstal.
  
  
  
Unser Fazit am Ende des Tages war:,“ eine teure Insel, die man nur einmal gesehen haben muss“. Am nächsten Tag hatte sich der Himmel bereits etwas zugemacht. Wir planten die Ostfriesische Insel Borkum anzufliegen und wollten uns Helgoland von oben ansehen, da ich zur Landung dort noch nicht die erforderlichen Flugstunden gesammelt hatte.
  
Nach einem ziemlich trüben Flug bei schlechter Sicht landeten wir auf Borkum.

Am Strand konnte man sich bei kräftigem Wind nicht lang aufhalten. Doch jede der Ostfriesischen Inseln hat ihren eigenen Charme. Der Rückflug führte uns bei Wilhelmshaven über den Jadebusen. Donnerstags kündigte sich über der Nordsee schwerer Sturm und Regen an. Da Sicherheit vor allem steht, beschlossen wir auf einen Flug an diesem Tag zu verzichten. Latzi lieh uns sein Auto und wir fuhren nach Friedrichskoog zur Seehundaufzuchtstation.

Auch dies war eine schöne Aktivität, die man nicht versäumen sollte, wenn man zum Urlaub an der Nordsee ist. So war es auch nicht schlimm, dass es eigentlich den ganzen Tag regnete und stürmte. Für den Freitag, unseren letzten Tag, planten wir einen Flug zur nördlichsten Stadt Deutschlands, nach Flensburg.
  
Bei´m Landeanflug auf die Stadt, wurden wir durch plötzliche Verwirbelungen, heftig von rechts nach links geschüttelt. Für die Turbulenzen bei der Landung wurden wir durch freundlichen Service der Flugleitung von Flensburg entschädigt. Mit günstigen Konditionen brachte uns ein Großraumtaxi in die Innenstadt und regelte sofort noch den Rücktransport. Flensburg sollte uns als sehenswerte und gemütliche Stadt mit einer schönen Fußgängerzone in Erinnerung bleiben.
  

Auf dem Rückflug drehten wir zum Abschluss unsereres Deutschlandfluges noch einige Runden über Sankt-Peter-Ording. Über Sankt Michaelisdon erwarteten uns bereits bedrohliche Wolken. Kurzfristig mussten wir unseren Landeanflug etwas umgestalten und erreichten noch trockenen Fußes die Fliegerklause.

So kam unser Abreisetag schneller als gedacht. Bis alle unsere Freunde aus Michaelisdon verabschiedet waren, wurde es bereits Mittag.
  
Nach der obligatorischen Abschiedssuppe von Latzi, starteten wir nach einer Woche Nordsee zurück in die Pfälzer Heimat.
  
Drei Stunden später erreichten wir wieder gewohnte Lufträume und setzten auf die Landbahn in Speyer auf.
  
Das Resümee dieser Woche für mich als Fliegerfrischling. Ich habe fliegerisch wertvolle Erfahrung gesammelt, habe Flecke von Deutschland entdeckt, die man nur aus der Luft entdecken kann und ich habe eine harmonische Woche mit den unterschiedlichsten Menschen erlebt, die zu Freunden geworden sind. Das wichtigste war für mich jedoch auch das Vertrauen, das mir meine Passagiere entgegen brachten, mich als „noch unerfahrenen Piloten“ im Flugzeug zu begleiten. Vielen Dank auch an Jürgen, der mir den Deutschlandflug sofort zugetraut hat.
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